Bauherr:

SAGA Unternehmensgruppe Hamburg

Baujahr:

2014 – 2017

Bausumme:

ca. 400.000,- EUR

 

Das Planungsgebiet befindet sich im Wohnring 6 im Hamburger Stadtteil Steilshoop, angrenzend an die Straßen Gropiusring und Fehlinghöhe. Auf dem Standort des ehemaligen Bildungszentrums Steilshoop wurden auf acht Stockwerken 88 seniorengerechte Wohnungen errichtet.

Der vorhandene Innenhof wurde entsprechend der Anforderungen gestaltet, die ältere nicht mehr so mobile Menschen an ihre Umgebung stellen. Dazu gehört unter anderem das Vermeiden von Neigungen des Bodens von über 6%, um das Befahren mit Rollstühlen und Rollatoren zu ermöglichen. Wichtig sind auch besonders breite Wege, um auch zwei sich entgegenkommenden Rollatoren genug Platz zu bieten. Um die Verletzungsgefahr und andere gesundheitliche Risiken zu minimieren, müssen alle Wegeoberflächen besonders rutschfest und zu einem ausreichenden Teil beschattet sein.

Aber auch kleine Details in der Ausstattung sind wichtig, wie zum Beispiel Möglichkeiten zum Abstellen von Gehhilfen in der Nähe der Sitzmöbel oder deren Höhe und Neigung, um das Aufstehen zu erleichtern. Auf der Fläche verstreut befinden sich Angebote zur seniorengerechten sportlichen Betätigung, jedoch unauffällig gestaltet und dezent in die Umgebung eingebunden, um nicht das Erscheinungsbild eines Sportplatzes entstehen zu lassen. Primäre Funktion der Freifläche ist schließlich die Entspannung für die Bewohner und deren Gäste, sowie das Erleben der Natur.

Um den Eingangsbereich des Gebäudes attraktiver zu gestalten, wurde von der Hamburger Gesellschaft für Gesellschaft und Sozialmanagement „ProQuartier“ einem Tochterunternehmen der SAGA Unternehmensgruppe ein künstlerischer Wettbewerb veranstaltet, bei dem von fünf Künstlern und Künstlerinnen Werke vorgestellt wurden, in denen Thematiken wie die Diversität des Stadtteils, das Ziel eine „Lebendige Nachbarschaft“ zu schaffen, die Bedeutung des Wohnrings 6 innerhalb des Viertels oder die bewegte Vergangenheit (und Zukunft?) des Gebiets verarbeitet werden sollen.

Die Jury entschied sich für das Projekt von Anne Ochmann mit dem Titel „Öffentliches Wohnzimmer“, welches nicht nur ästhetische, sondern auch funktionelle Qualitäten bietet und mehrere der gewünschten Themen aufgreift.

Die Gestaltung der Abfallentsorgung wurde hauptsächlich nach praktischen Gesichtspunkten vorgenommen. Im Innenhof, von den Wohnungen gut erreichbar wurde ein neuer Müllstand geschaffen, dessen Einwurf über das erhöhte Umgebungsterrain bequem erreicht werden kann, aufgrund des abgesenkten Weges zur Straße hin jedoch auch von der Müllabfuhr problemlos und ohne Höhenunterschiede abgeholt werden kann.

Um die Ästhetik des Innenhofes damit möglichst wenig zu beeinflussen, wird der Müllstand von Wänden aus vertikalen Holzlatten eingefasst, die den Blick zwar hemmt, aber von innen nicht den Eindruck eines geschlossenen Käfigs entstehen lässt.