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Licht und Schatten in der Architektur

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Licht ist heutzutage in der Architektur und somit auch in den Städten ein dominierender Faktor. Es ist zum Teil soweit auf dem Vormarsch, dass einige Gebiet regelrecht durch Licht verschmutzt sind. Dunkle Orte sucht man dort vergebens.

Licht hat dabei verschiedene Facetten. Es reduziert Angsträume und schafft dunkle, nicht einsehbare Ecken ab. Jedoch hat Licht auch negative Effekte. Der Mensch braucht die Dunkelheit um sich zurückzuziehen und er braucht Dunkelheit für seine Erholung. In Städten, in denen Nachts alles durch Beleuchtung und Leuchtreklame taghell ist, gerät der Rhythmus von Tag und Nacht aus den Fugen. Die Überfülle des Lichts bedeutet ein unaufhörliches ausgesetzt sein, ohne Chance des Rückzugs. Nicht umsonst schlafen einige Städte auf der Welt nie.

Doch Licht ist auch am Tage auf dem Vormarsch. In der Architektur der Glaswürfel und offenen Räume sucht man den Schatten vergeblich. Ob im Hochbau oder in der Landschaftsarchitektur. Der Schatten wird immer weiter zurückgedrängt. Doch lässt erst der Schatten den Raum und seine Struktur entstehen.

Aber was ist der Schatten eigentlich und warum wird ihm eine solche Bedeutung zu Teil. Einfach gesprochen ist der Schatten ein Loch im Licht. Eine Stelle die das Licht nicht erreicht. Ohne Schatten wäre alles uniform und ohne Struktur; ohne Raum. Erst das Loch im Licht gibt den Objekten, den Raum – seinen Raum, seine Struktur. Darum kommt dem Schatten ein solch wichtige Rolle zu. Schatten definiert den Raum als solches. Er schafft Ruhe, Spannung und Individualität. In der Architektur des Glases und der offenen Flächen wird alles vermieden, was das Licht aufhalten könnte. Bäume werden gefällt, Mauern abgeschafft. Eine Architektur des Lichts erschaffen. Doch ohne Schatten ist das Licht unbedeutend, grell, einfallslos. Der Schatten ist ein natürlicher Teil des Lichts.

Das Zusammenspiel von Licht und Schatten schafft erst den Raum, in einem Spannungsfeld von hell und dunkel. Dabei wirken die Schattenflächen wie Oasen, als natürliche Anziehungspunkte. Gleichzeitig lassen uns die mysteriösen abstrakten Schattenformen in unsere Phantasie neue Objekte erschaffen. Das natürliche Licht ändert sich dabei ständig und damit auch der Schatten – tanzende Schatten – und schafft ständig lebendige neue Formen. Eine Aufgabe der Architektur ist es darum Orte zu erschaffen, an denen durch ein Wechselspiel von Licht und Schatten Raum entsteht, welcher lebt.

Warum also nicht mal einen Schattengarten erschaffen, welcher sich in ständigem Wandel durch den unterschiedlichen Einfall von Licht befindet?